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9 versteckte Orte in Albanien, die kaum jemand kennt
Mit jeder weiteren Reise durch Albanien entdecken wir neue Orte, die selbst viele erfahrene Reisende noch nicht kennen. Die bekanntesten Highlights haben wir längst besucht – deshalb führt uns jede Reise ein Stück weiter abseits der klassischen Routen. Genau dort haben wir einige außergewöhnliche Orte gefunden, die uns besonders begeistert haben. In diesem Artikel stellen wir sie dir vor, damit auch du eine weniger bekannte, aber umso faszinierendere Seite Albaniens entdecken kannst.
Diese Liste wäre nicht vollständig ohne zwei spektakuläre Orte, die Marta Langhammer-Brzózka (Instagram: @marta_langg) entdeckt hat. Mit viel Ausdauer, Abenteuerlust und einer guten Portion Mut hat sie diese besonderen Plätze erreicht. Marta ist eine enge Freundin, mit der ich seit vielen Jahren gemeinsam die Welt bereise.
Begleite uns auf eine Reise zu Albaniens verborgenen Schätzen.
Alle Aussichtspunkte, heißen Quellen, historischen Brücken, Restaurants und weiteren Orte findest du auf der interaktiven Karte am Ende dieses Artikels.
Kostenlose heiße Quellen



Wir verraten dir einen Geheimtipp, den die Einheimischen längst kennen, den aber nur wenige Reisende entdecken. Wer hier zufällig vorbeikommt, ahnt meist nicht, welch außergewöhnlicher Ort auf ihn wartet.
Am Rand der Straße SH75 verbirgt der Lengarica-Canyon einen echten Schatz: zwei natürliche Thermalbecken, in denen du kostenlos baden kannst. Auf der einen Seite erheben sich – je nach Jahreszeit – schneebedeckte Gipfel, auf der anderen spannt sich eine historische osmanische Brücke über den Fluss. Eine Kulisse, die du so schnell nicht vergessen wirst.
Der Ort eignet sich außerdem hervorragend für eine Nacht im Camper oder mit dem Zelt – mitten in der Natur.

Ulza Regional Nature Park

Informationen über diesen Ort zu finden, ist erstaunlich schwierig. Selbst nach stundenlanger Recherche stößt man auf kaum brauchbare Hinweise – irgendwann hat man das Gefühl, die Suche sei aussichtsloser als das Ziel selbst.
Die Stille rund um diesen Ort können wir spätestens bei unserer Ankunft nicht mehr nachvollziehen. Gewaltige Felswände umschließen das leuchtend grüne Wasser des Mat-Flusses und schaffen eine Landschaft, die uns sprachlos gemacht hat. Nach wenigen Sekunden konnten wir nur noch eines sagen: „Verdammt, ist das schön.“



Eine Geschichte darüber, dass nicht alles, was möglich ist, auch sinnvoll ist.


Albanien: Osum-Schlucht
Vor rund drei Millionen Jahren begann der Osum-Fluss, eine der beeindruckendsten Landschaften Albaniens zu formen. Das Ergebnis ist die Osum-Schlucht – ein rund 26 Kilometer langer Canyon mit bis zu 450 Meter hohen Felswänden. Trotz ihrer spektakulären Ausmaße gehört sie noch immer zu den weniger bekannten Naturwundern des Landes und wird von vielen Reisenden überraschend oft übersehen.
Hier wird garantiert niemandem langweilig: Kajakfahren, Rafting, Canyoning oder eine Wanderung durch die Schlucht – die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Und wer es etwas ruhiger angehen möchte, kann sich einfach zurücklehnen und die spektakuläre Natur genießen. Manchmal ist genau das das schönste Abenteuer.
In solchen Momenten waren wir fast neidisch auf uns selbst, dass wir hier sein durften.





Restaurant Ujëvara e Borshit
Diese Geschichte beginnt fast wie ein Tinder-Date. Als ich die ersten Fotos dieses Ortes gesehen habe, wusste ich sofort: Den möchte ich unbedingt kennenlernen. Zwar lagen noch mehrere hundert Kilometer zwischen uns, doch das hielt mich nicht davon ab, das Treffen fest einzuplanen.
Ganz ohne Nervosität war ich allerdings nicht. Vor allem deshalb, weil ich zum ersten „Date“ gleich unsere Freunde mitgebracht hatte. Ihr wachsender Hunger machte schnell deutlich: Sollte dieser Ort unsere Erwartungen nicht erfüllen, würde ich mir danach wohl einiges anhören müssen.
Und dann stand sie vor uns: eine außergewöhnliche Restaurantanlage, umgeben von mehreren Wasserfällen. Dazu kamen hervorragendes Essen, überraschend faire Preise und eine Atmosphäre, die uns vom ersten Moment an begeistert hat. Kurz gesagt: Es war Liebe auf den ersten Blick.
Albanien: Bovilla-See
By Marta Langhammer-Brzózka
Ein einziges Foto auf Instagram hat gereicht. In dem Moment wusste ich: Auf diesen Aussichtspunkt über dem Bovilla-See muss ich unbedingt hinauf. Der Gipfel des Gamti-Berges mit seinem spektakulären Blick über den türkisfarbenen Stausee stand von da an ganz oben auf unserer Wunschliste.

Ganz so einfach war das allerdings nicht.
Die Anfahrt beginnt auf einer Schotterpiste voller Schlaglöcher, auf der selbst Schneckentempo schon fast zu schnell wirkt. Wenig später geht sie zwar in eine asphaltierte Straße über – doch die windet sich in unzähligen Serpentinen den Berg hinauf. Wirklich einfacher wird die Fahrt dadurch also nicht.
Bis zu einem bestimmten Punkt schafft es praktisch jeder normale Pkw – vorausgesetzt, dem Fahrer tun ein paar zusätzliche Kratzer am Unterboden nicht allzu sehr weh. Schon von dort oben ist die Aussicht beeindruckend.
Doch mein Mann gibt sich damit nicht zufrieden. Kurve für Kurve kämpft er sich die schmale Bergstraße hinauf, bis wir schließlich völlig unerwartet vor einem Restaurant stehen. Mitten im Nirgendwo hätten wir damit wirklich nicht gerechnet. Viel Zeit zum Staunen bleibt uns allerdings nicht, denn die Sonne nähert sich bereits dem Horizont – und ich möchte den Aussichtspunkt unbedingt noch vor Sonnenuntergang erreichen.
Um keine wertvolle Zeit zu verlieren, verzichte ich darauf, meine Schuhe zu wechseln, und starte den Aufstieg in meinen leichten Sneakers. Schon nach wenigen Minuten wird mir klar, dass das keine besonders gute Idee war.
Der Weg zum Gipfel
Ich verspreche Paweł natürlich, vorsichtig zu sein – und halte mich ungefähr die ersten paar Sekunden daran. Schließlich wird es schon bald dunkel. Solange es geht, laufe ich fast über die Felsen, bis ich plötzlich wie angewurzelt stehen bleibe.
Vor mir erhebt sich eine fast senkrechte Felswand, an der scheinbar riesige Metalltreppen befestigt wurden. Einen Moment lang frage ich mich, wie stabil diese Konstruktion wohl wirklich ist und ob sie ausgerechnet unter meinem Gewicht hält. Andererseits sind wir genau deshalb hierhergekommen. Jetzt umdrehen? Ganz sicher nicht.
Natürlich muss ich erst einmal Fotos und Videos machen. Danach prüfe ich vorsichtshalber die Stabilität der Treppe – einmal kräftig rütteln muss schließlich sein. Ein tiefer Atemzug, und dann geht es los.
Der Aufstieg verläuft erstaunlich problemlos – bis ich mich kurz umdrehe und feststelle, wie weit ich bereits über dem Boden bin. Für einen Moment werden meine Knie weich. Zum Glück ist die Aussichtsplattform schon zum Greifen nah.
Ein letzter Anstieg, und ich habe es geschafft. Oben angekommen macht sich sofort pure Euphorie breit. Ich kann das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekommen, denn der Ausblick über den Bovilla-See entschädigt für jeden Schweißtropfen auf dem Weg nach oben.


Bloß nicht nach unten schauen … einfach nicht nach unten schauen.
Die Aussichtsplattform ist nicht besonders groß – offiziell dürfen sich nur wenige Personen gleichzeitig darauf aufhalten. Trotzdem habe ich jeden Schritt mit einer gesunden Portion Respekt gemacht. Schließlich hängt die Plattform hoch über dem See und ist direkt im Fels verankert.
Zum Glück hatte ich sie in diesem Moment ganz für mich allein. So konnte ich den Blick über den Bovilla-See in aller Ruhe genießen. Ganz ohne Nervosität ging es allerdings nicht: Meine Beine fühlten sich überraschend weich an, ich bewegte mich vorsichtig Schritt für Schritt und ließ das Geländer keine Sekunde los. Dazu kam immer wieder kräftiger Wind, bei dem ich kurz Sorge hatte, mein Handy könnte mir aus der Hand gerissen werden.


Aber das Wichtigste: Ich habe den Sonnenuntergang noch rechtzeitig erreicht. 🙂

Praktische Informationen
- Der Aufstieg ist für Menschen mit durchschnittlicher Kondition gut machbar – vorausgesetzt, du hast keine Höhenangst oder Probleme mit ausgesetzten Wegen. Der Pfad ist zwar steil, ich konnte ihn bergauf aber problemlos ohne Einsatz der Hände bewältigen. Beim Abstieg war ich dann etwas vorsichtiger und habe mich an einigen Stellen zur Sicherheit abgestützt.
- Bei nassen Felsen würden wir den Aufstieg ausdrücklich nicht empfehlen. Die Rutschgefahr ist dann deutlich höher.
- In einem gemütlichen Tempo brauchst du von der Restaurantterrasse bis zur Aussichtsplattform etwa 25 Minuten. Ich selbst habe den Aufstieg in ungefähr 10 Minuten geschafft – allerdings hatte ich einen ziemlich guten Grund, mich zu beeilen: den Sonnenuntergang.
- Der Weg ist inzwischen gut ausgeschildert, sodass man sich eigentlich nicht mehr verlaufen kann.
- Nach dem Abstieg von der Aussichtsplattform bin ich noch nach links gegangen, vorbei an einer kleinen Höhle im Felsen. Von dort roztaczał się świetny widok na drogę, którą wcześniej przyjechaliśmy. Soweit ich konnte erkennen, führt der Weg von dort noch weiter nach oben – vermutlich bis auf den Gipfel des Gamti-Berges.
Das Auge des Zyklopen
By Marta Langhammer-Brzózka


Zur Abwechslung geht es wieder bergauf. Irgendwo in den Tiefen des Internets hatte ich gelesen, der Weg zum Auge des Zyklopen sei gut ausgeschildert. Das können wir allerdings nicht bestätigen. Der Pfad ist zwar deutlich zu erkennen, Wegweiser oder Markierungen sucht man jedoch vergeblich. Man muss einfach wissen, wo der Einstieg liegt.
Zunächst führt der Weg leicht bergab durch dichtes Buschwerk, bevor der eigentliche Aufstieg beginnt. Sobald wir die Bäume hinter uns lassen, eröffnet sich ein beeindruckender Blick über den Fluss und die umliegende Landschaft. In Maps.me ist dieser Punkt sogar als Aussichtspunkt markiert.
Von hier aus erkennt man bereits die schmale Schlucht zwischen zwei Bergrücken, in der sich – wie wir wenig später feststellen – das Auge des Zyklopen verbirgt. Technisch ist der Weg über die Felsen nicht schwierig, dennoch empfehlen wir Schuhe mit einer festen Sohle. In leichten Sneakers spürst du jeden einzelnen Stein unter den Füßen.


Anschließend führt der Weg wieder in den Wald und stetig bergab. Zwischendurch überqueren wir ein kurzes Stück Geröll, bevor der Pfad erneut zwischen den Bäumen verschwindet. Er ist zwar leicht zu erkennen, dafür aber stellenweise ziemlich steil. Bergab ist deshalb etwas Vorsicht gefragt.
Gefühlt nimmt der Abstieg kein Ende. Doch plötzlich schimmern zwischen den Baumkronen die ersten türkisfarbenen Wasserbecken hervor. Wenige Minuten später stehen wir vor dem Ziel: dem Auge des Zyklopen.
Überraschend ist, dass es sich nicht nur um ein einzelnes Becken mit einem Wasserfall handelt. Rundherum liegen mehrere kleinere, kristallklare Naturpools, die dem Ort seinen ganz besonderen Charakter verleihen. Unser erster Gedanke? Ein bisschen erinnert die Szenerie an Pamukkale in der Türkei – nur deutlich ursprünglicher und fast ohne Besucher.
Das Auge des Zyklopen in seiner ganzen Pracht


Auf dem gesamten Weg sind uns lediglich zwei andere Paare begegnet. Allerdings waren wir weder in der Hauptsaison noch am Wochenende unterwegs. Am Ziel angekommen machten wir es wie alle anderen: Füße ins angenehm kühle Wasser, eine kleine Pause einlegen und natürlich jede Menge Fotos von diesem außergewöhnlichen Ort machen.
Unser Tipp: Wenn du oberhalb des Wasserfalls weitergehen möchtest, hast du zwei Möglichkeiten. Entweder folgst du dem Pfad durch den Wald links vom Wasserfall oder du kletterst rechts über die Felsen nach oben. Beide Varianten führen zu weiteren schönen Aussichtspunkten.
Besonders positiv überrascht hat uns, wie sauber dieser Ort war. Trotz seiner Schönheit lag kaum Müll herum – etwas, das wir in Albanien immer wieder sehr zu schätzen wissen.
Anfahrt: Die Zufahrt ist mindestens genauso anspruchsvoll wie zum Bovilla-See – wenn nicht sogar noch etwas schwieriger. Dich erwarten schmale Schotterstraßen mit zahlreichen Schlaglöchern, sodass du genügend Zeit für die Anreise einplanen solltest.
Um das Auge des Zyklopen zu erreichen, fährst du zunächst nach Krrabë und anschließend weiter in Richtung des kleinen Weilers Hajak (Skuterre). An der Schotterstraße befindet sich ein kleiner ausgeschilderter Parkplatz (Koordinaten: 41.221644, 19.979577). Dabei handelt es sich lediglich um eine etwas breitere Stelle neben der Straße. Da es danach keine weiteren Parkmöglichkeiten gibt, empfehlen wir, das Auto dort stehen zu lassen.
Von dort folgst du der Straße leicht bergauf. An der Weggabelung zwischen den Häusern hältst du dich links – dort beginnt der Wanderweg zum Auge des Zyklopen.
Pellumbas-Höhle
Im kleinen Informationszentrum im Dorf Pellumbas leihen wir uns Helme und eine Taschenlampe aus. Gut ausgerüstet machen wir uns anschließend auf den Weg zur Höhle. Mit Unterstützung von Maps.me und einem selbst ernannten „Guide“ erreichen wir unser Ziel nach etwa einer Stunde.
Unterwegs begleiten uns immer wieder beeindruckende Ausblicke auf die Erzen-Schlucht, die den schweißtreibenden Aufstieg mehr als wettmachen.
Kaum betreten wir die Pëllumbas-Höhle, wird uns klar, dass der rutschige Untergrund keine Scherze macht. Schon nach wenigen Minuten fühlen wir uns eher wie Anfänger auf einer Eisbahn als wie erfahrene Wanderer. Jeder Schritt verlangt höchste Konzentration.
Als wir schließlich wieder festen Halt finden, können wir die Höhle in Ruhe erkunden. Die gewaltigen Felsformationen sind beeindruckend, und weil wir ganz allein dort unten sind, fühlt sich die Entdeckungstour wie eine echte Expedition an.
Als wir die Höhle schließlich verlassen, sind wir zwar voller Schlamm, ziemlich erschöpft und müde – aber gleichzeitig so glücklich wie schon lange nicht mehr.





Unsere gute Laune hält allerdings nur bis zum Rückweg. Plötzlich taucht wie aus dem Nichts er auf. Ehe wir überhaupt reagieren können, stürmt er auf uns zu und drückt uns mit einer Kraft, die wir ihm niemals zugetraut hätten. Wären wir Zitronen gewesen, hätte er im Handumdrehen frische Limonade aus uns gemacht.
Wie es zu dieser ziemlich skurrilen Begegnung kam – und welche Rolle dabei eine völlig verwirrte Ziege spielte – erzählen wir weiter unten.
Panoramastraße SH75



Über Albaniens Straßen gibt es unzählige Geschichten – und viele davon stimmen tatsächlich. Bodenschwellen an den ungewöhnlichsten Stellen, Kreisverkehre auf Schnellstraßen, Kühe und Ziegen hinter der nächsten Kurve, fehlender Asphalt oder Schlaglöcher, die dein Auto ordentlich durchschütteln – all das gehört hier manchmal einfach dazu.
Wenn ich dir nur einen einzigen Rat für einen Roadtrip durch Albanien geben dürfte, dann diesen: Nimm niemals die vermeintliche Abkürzung.
Wenn Google Maps behauptet, dass die längere Strecke schneller ist, dann glaub der App einfach. Wirklich.
Es sei denn, du möchtest herausfinden, ob dein Auto steile, schlammige Anstiege bewältigen, Flüsse durchqueren und Kühe so erschrecken kann, dass sie dich mit großen Augen anstarren. Falls ja, dann nimm unbedingt die Kamera mit – wir würden uns das Video gerne ansehen. 😄
Was dagegen nur selten erwähnt wird: Viele Straßen in Albanien gehören zu den schönsten Panoramarouten Europas. Die Ausblicke sind so spektakulär, dass man am liebsten alle paar Kilometer anhalten würde.
Ein perfektes Beispiel dafür ist die SH75 – unsere persönliche Lieblingsstraße in Albanien. Laut Google Maps dauert die Strecke knapp vier Stunden. Wir haben dafür ganze zwei Tage gebraucht. Nicht wegen des Straßenzustands, sondern weil wir ständig angehalten haben, um die Landschaft zu genießen.
Unterwegs erwarten dich ein hervorragendes Essen auf der Farm Sotira, ein Bad in den natürlichen Thermalquellen von Benja, ein Kaffee mit Blick auf das beeindruckende Tal des Vjosa-Flusses und ein Besuch in der historischen Stadt Përmet, die eng mit Ali Pascha verbunden ist.
Spätestens dann wird klar: Auf der SH75 ist nicht nur das Ziel eine Reise wert – die Straße selbst ist bereits ein Erlebnis.



